Umfassendes Retraining und Upskilling wird unverzichtbarer Schlüsselfaktor am Arbeitsmarkt

Laut dem Weltwirtschaftsforum („World Economic Forum“, WEF) werden bis 2022 bis zu 75 Millionen Arbeitsplätze aufgrund anhaltender Digitalisierung und Künstlicher Intelligenzen (KI) entfallen, weswegen neue Kenntnisse und Fähigkeiten bis dahin zwingend erforderlich werden. Wöchentlich liest man von Tausenden von Entlassungen, während Marktgiganten wie Google einstimmig mit dem WEF das dringende Bedürfnis neuer Kompetenzen anprangern, um zukünftig am Arbeitsmarkt zu bestehen. Die geforderten neuen Fähigkeiten bringen uns zurück zu dem, was wir als Menschen eigentlich sind; es ist ein Aufruf zur Neuorientierung zu dem Kern dessen, was uns ausmacht – unserem Potenzial - gleichzeitig stellt es einen Weckruf dar: die Zeit für Retraining ist jetzt und wer nicht zurückbleiben will, der sollte handeln.

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Bis vor kurzem wollte die Mehrheit der Arbeitnehmer noch nichts von steigender Automatisierung und dem Aufstieg Künstlicher Intelligenzen hören: Vielleicht im Produktionsgewerbe, aber nein, sicher nicht bei uns in der Bank, nicht hier bei uns. Die Realität holt nun den kollektiven Unglauben durch die unmittelbar existente Bedrohung der Arbeitsplätze ein. „Wir beobachten eine generelle Verleugnung der Realität durch das Ignorieren von Fakten, die wir einfach nicht mehr ignorieren können“, sagt Laura Müller, Trainer und Partner bei Council For Human Development (CHD), eines auf Retraining spezialisierten global aktiven Schweizer NGOs. Weiter führt sie aus, „seit Jahren warnen uns Statistiken und Studien renommierter Institute wie der Oxford University[1] oder des WEF[2] vor enorm hohen Zahlen an Massenentlassungen in den frühen 2020ern; und jetzt stehen wir hier mit Corona als Beschleuniger dieser Entwicklung und mit Millionen von Menschen im Angesicht eines Arbeitsmarkts, auf den sie nicht vorbereitet sind.

 

Betrachten wir die Fakten:

Eine Studie des WEF aus dem Jahr 2018 prognostiziert nicht nur den Verlust von rund 75 Millionen der weltweiten Arbeitsplätze bis Ende 2022, sondern kommt darüber hinaus zu dem Schluss, dass gut 42% der Arbeitnehmerfähigkeiten sich teils massiv verändern und erweitern müssen. Im Deutschen begreift sich der angeführte Begriff „reskilling imperative“ als „Umschulungsimperativ“, wobei hier nicht die klassische Umschulung als solche gemeint ist, sondern die radikale Erweiterung und Veränderung der bestehenden Fähigkeiten und Kenntnisse. Diese werden recht präzise definiert und als Voraussetzung angeführt einen Job auf dem zukünftigen Arbeitsmarkt zu erlangen. Über welche Fähigkeiten reden wir hier?

Auffallend ist der Fokus auf sogenannte „Humanfähigkeiten“, wie sie das WEF bezeichnet und welche Kreativität, Initiative, Originalität, Emotionale Intelligenz sowie Kritisches Denken beinhalten. Der Grund, warum das WEF diese Kenntnisse fordert und weshalb es von Big Playern wie Google darin unterstützt wird – Google verlautete kürzlich Empathie sei DIE Kompetenz der Zukunft[3] – liegt darin, dass der Fokus unseres Denkens in der Vergangenheit fast ausschließlich links-hirnig war und dies auch weiterhin im Mittelpunkt steht, wie man insbesondere im Hinblick auf das Bildungssystem sieht. Links-hirniges oder auch prozessorientiertes Denken fördert die analytische Perspektive, während rechts-hirniges Denken das kreative und empathische Denken schult und fördert. Jedes Extrem als solches ist unvollständig, nur wenn die beiden, wie von Neurologen bezeichnet, in sogenannter hemisphärischer Synchronisation verknüpft werden, findet eine optimierte und ausgewogene Nutzung unserer Gehirnkapazität statt.

 

Durch den Aufstieg Künstlicher Intelligenz und voranschreitender Automatisierung wird es für uns essentiell die Fähigkeiten zu entwickeln, welche KI nicht haben, und das sind rechts-hirnige Fähigkeiten. Laura Müller, Trainer und Partner CHD

 

“Es sind die Fähigkeiten, die uns menschlich machen: Die Fähigkeit Empathie zu fühlen, frei zu denken, kritisch zu hinterfragen, emotional zu designen und kreativ zu kombinieren, um tatsächlich innovativ ohne Prozess-Kontext zu erschaffen, einen Quantensprung zu machen und dabei neue Welten und Lebensarten zu kreieren, die nicht robotisch erstellt werden können, da sie des menschlichen Schöpferfunkens bedürfen, der eben keinem Algorithmus folgt, sondern frei fließt. Es ist eben genau dieser Fluss, der uns Menschen eigen ist, den es jetzt zu befreien gilt, um unseren Horizont zu erweitern und das angeborene Potential, das wir alle haben auch tatsächlich zu nutzen. Die Zeit dafür ist jetzt, weiteres Warten ist fahrlässig. Wir als CHD erfassen die Dringlichkeit dieses Marktes und unterstützen diesen Prozess des absolut benötigten Retrainings umfänglich, im Bewusstsein, dass der große Wandel im Arbeitsmarkt genau hier und jetzt stattfindet“, betont sie.

 

Soziales Influencing ist eine weitere Schlüsselqualifikation, die jedoch als Basis emotionale Intelligenz und empathisches Verständnis voraussetzt, um vorausschauend und nicht destruktiv eingesetzt zu werden. Laura Müller führt weiter aus, dass es sich bei diesen neuen Fähigkeiten nicht um „überzogene Buzzwörter handelt, sondern um den Kern, der uns als Menschen ausmacht und als Weckruf gilt, wie weit wir uns durch exzessiv prozess-orientiertes Denken und Arbeiten schon von demselben entfernt haben. Dies hat bis heute zu einer groben Vernachlässigung des uns innewohnenden Potentials geführt. Doch diese „neuen“ Fähigkeiten, die sogenannten „Humanfähigkeiten“, die in uns bereits angelegt sind und mithilfe von intensivem Training wiederentdeckt werden können, gilt es zu entfesseln. Selbstreflexion, Anleitung und Gemeinschaft sind hier essentiell, um mittels Anwendung, Kalibrierung und konstanter Vertiefung diese Fähigkeiten zu manifestieren. Mit dieser Art von Retraining werden wir neue Ebenen der Kreativität, der Kommunikation und des Selbstbewusstseins in den Menschen erleben, die es ihnen – zum ersten Mal – erlauben, über ihre eigenen Grenzen hinaus zu wachsen. Hierdurch werden ungeahnte Höhen tatsächlicher Innovations- und Schöpferkraft für Unternehmen und für die Menschheit selbst frei.“

 

Die Studie des WEF bestätigt, was sie sagt und kommt zu dem Schluss, dass 54% aller Arbeitnehmer ihre Kenntnisse entsprechend erweitern müssen und hierfür intensives Retraining über einen Zeitraum von 6-12 Monaten benötigen. Auch wenn bisher laut der Studie zwei Drittel der Unternehmen glauben, dass Arbeitnehmer die neuen Kenntnisse auf eigene Faust erwerben sollen, bleibt es unumstritten, dass das Training als solches erteilt und in Anspruch genommen werden muss, um die geforderten Fähigkeiten auf breiter Ebene zu entwickeln.

Sollten Unternehmen weiterhin die soziale und unternehmerische Verantwortung ignorieren ihre Arbeitskräfte zu trainieren, verpassen diese Unternehmen nicht nur eine einmalige Gelegenheit ihre Unternehmenskultur und insbesondere -Loyalität neu und nachhaltig zu erschaffen, sondern versagen sich dadurch auch einen einzigartigen Wettbewerbsvorteil, wenn sie es verpassen sollten ihren Arbeitskräften die geforderten neuen Fähigkeiten anzutrainieren.

Das WEF identifiziert den Zeitrahmen, um die notwendigen Retrainings- oder auch Upskilling-Maßnahmen einzuleiten, als sofort erforderlich und bis Ende 2022 abzuschließen, um weiterhin auf dem Arbeitsmarkt bestehen zu können.

 

Die neu-geforderten Kenntnisse gehen sehr tief, und das ist auch gut so, denn was tief geht hat auch das Potential tatsächlich nachhaltigen Wandel zu bringen. Genau diesen Wandel braucht es auf dem heutigen Arbeitsmarkt und er findet in dessen Essenz statt: den Menschen, uns selbst. „Potential ist einzigartig und nicht replizierbar, da es aus der Einmaligkeit der Person entspringt. Es ist jedoch direkt und unendlich multiplizierbar, wenn es mit dem Potential einer weiteren Person verbunden wird. Es gibt keinen Wettkampf um Potential als solches, nur Chancen, die es unserer heutigen Welt erlauben uns in eine neue Ära zu katapultieren; eine Ära des Austauschs und des aktiven Verhaltens im Miteinander, wodurch etwas vollkommen Neues entstehen darf“, sagt Laura Müller.

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Kein Zweifel, wir stehen am Beginn eines neuen Arbeitszeitalters und Großunternehmen bestätigen uns die dringliche Notwendigkeit intensiven Retrainings der Mehrzahl der arbeit-nehmenden Bevölkerung. Der Council For Human Development (CHD) ist eine bereits etablierte Organisation, die sich auf nachhaltiges und intensives Retraining im B2B wie B2C Bereich spezialisiert hat. „Seit geraumer Zeit stellen wir ein von Unternehmen ansteigendes Interesse an unserem Trainingsangebot fest, sagt Kern Frost, Trainer und Mitbegründer des Schweizer NGOs. „Wenn wir mit Unternehmen arbeiten, erstellen wir individuelle Retraining-Angebote, die den größten Nutzen auf allen Ebenen ermöglichen und Schritt für Schritt erweiterbar sind. Viele Unternehmen haben Rückstellungen oder aktive Retrainingsbudgets, von denen sie oft nicht genau wissen wie diese am effektivsten genutzt werden können. Darauf haben wir eine Antwort, die eben nicht Standard ist, sondern exakt auf deren Bedürfnisse zugeschnitten, und die weiter geht als jedes andere übliche Trainingsprogramm, da wir jedem selbst die nötigen Werkzeuge an die Hand geben, um die neuen Fähigkeiten sowohl bei der Arbeit als auch Zuhause anzuwenden und zu erleben. Das macht unser Training nachhaltig und glaubwürdig“, wie Kern Frost erläutert.

 

Im Licht des stattfindenden Wandels sehen wir uns alle vor großen Chancen, und dies auf vielerlei Ebenen, so wie es immer ist, wenn sich neue Gelegenheit bietet: Wenn man sie einmal sieht, kann sie ergriffen werden und alles verändern. Während mancher Zeiten ist größerer Wandel möglicher als in anderen, und dies ist definitiv eine solche Zeit.

Weitere Informationen finden Sie auf unserer Website oder im hier verlinkten pdf [Addressing Human Resource Issues for 2021, copyright CHD 2021].

 

April 2021

[1]Osborne, B. & Frey, M., The Future of Employment: How susceptible are jobs to computerisation?, Oxford University; 17.09.2013.[2]The Future of Jobs Report, Centre for the New Economy and Society, WEF, 2018.[3] Business World, Empathy is the Skill of the Future, 4.2.2021.

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